Die Ausgangssituation ist für die meisten gleich: Schulen und Kitas sind geschlossen und zur Arbeit gehen viele nicht mehr. Restaurants und fast alle Geschäfte haben geschlossen, es gibt keine Veranstaltungen und privat verabredet man sich auch nicht.

Und doch ist es für jede*n anders. Wer einen Büro-Job hat, erledigt die Arbeit im Home-Office und lernt neue Videokonferenz-Tools kennen. Andere Arbeit kann man zuhause nicht machen; und so haben einige plötzlich ganz viel freie Zeit. Wer Kinder hat, betreut diese zuhause und bemüht sich, dass die Schulkinder die Aufgaben für die Schule erledigen. Und hat dann vielleicht ganz viel zu tun, denn kleine Kinder und Home-Office vertragen sich nicht gut. Manche sind alleine zuhause, während andere den ganzen Tag die Menschen um sich herum haben, mit denen sie zusammenwohnen. Für alle entfallen viele berufliche und private Treffen und die flüchtigen Begegnungen im Alltag.

Der gewohnte Tagesablauf bricht zusammen, übliche Verhaltensweisen und alte Planungen müssen überprüft werden. Hinzu kommen oft noch Sorgen um die Gesundheit und die finanzielle Zukunft.

Wie ist es bei Ihnen?
Und wie geht es Ihnen damit?

Beobachten Sie sich selbst.

Nutzen Sie doch die Gelegenheit und finden Sie etwas über sich selbst heraus.

  • Was ist schön an der neuen Situation?
  • Was tut mir gut von all dem Neuen?
  • Welche Dinge fehlen mir richtig aus dem Leben, das ich noch vor wenigen Wochen geführt habe?
  • Wodurch fühle ich mich belastet?
  • Wie verbringe ich meine Zeit?
  • Womit beschäftigen sich meine Gedanken?
  • Wie gehe ich mit dem Gefühl von Kontrollverlust um?

 

Sammeln Sie diese Erkenntnisse. Die aktuelle stark veränderte Situation ist Ihre „persönliche Corona-Krise“. Dabei muss es sich gar nicht schlimm nach Krise anfühlen. Eine Krise ist zumindest eine außergewöhnliche Situation, die Sie aus Ihrer gewohnten Balance wirft. Resilienz bezeichnet die Fähigkeit, flexibel und anpassungsfähig auf solche unvorhergesehenen Herausforderungen reagieren zu können. Nutzen Sie also die aktuelle Krise, um Ihre Resilienz kennenzulernen und zu stärken.

Resilienz: Sorgen Sie für sich selbst.

Wenn Sie sich gut fühlen… geht es Ihnen gut! Und das ist gut für Ihr Immunsystem und für die Menschen, die mit Ihnen zu tun haben. Es geht nicht darum, ein besserer Mensch zu werden. Sondern darum, gut zu sich selbst zu sein.

Überlegen Sie also, was Sie über sich herausgefunden haben. Wovon täte Ihnen mehr gut? Oder weniger? Was ist gut so, wie es ist? Denken Sie an die verschiedenen Bereiche Ihres Lebens; vielleicht sieht Ihre Liste so aus:

  • Job: Ich wünsche mir weniger Videokonferenzen; die Unruhe belastet mich. Vielleicht könnte ich mehr telefonieren?
  • Gesundheit: Ich fühle mich weniger fit; ich könnte wieder mehr Fahrrad fahren.
  • Beziehung: Ich brauche Zeit für mich; vielleicht könnte ich Ruhe gewinnen durch Spaziergänge alleine.
  • Freizeit: Ich lese mehr Bücher; das tut mir gut und ich möchte es weiter machen.

 

Schauen Sie sich die Bereiche gerne zunächst getrennt an. Vielleicht gibt es Lebensbereiche, die Ihnen gerade besonders viel Energie geben können. Oder Sie erkennen ein Muster: Etwas, wovon Sie wohl gerade besonders viel oder wenig benötigen (Ruhe, Nähe, Austausch, Raum für Kreativität…).

Wenn Sie Ideen gewonnen haben, was Ihnen gut tun könnte, dann probieren Sie die aus, die sich am leichtesten umsetzen lässt. Sie wollen sich ja Gutes tun und nicht neue Herausforderungen erfinden.

Und im post-Corona-Leben oder in künftigen Krisen können Sie sich an die Erkenntnisse zu Ihrer Resilienz erinnern und überlegen, ob Sie auch dann mit ähnlichen Veränderungen für sich sorgen können.